Elektroauto Mini Cooper SE

©Mini

Jetzt ist der Vorhang gelüftet, der Mini Cooper SE zeigt sich in der Serienversion. Mit 184 PS und 33 kWh-Akku präsentiert er sich als potenter Stadt- und Umland-Flitzer

Eine totale Überraschung ist der elektrische Mini natürlich nicht. Als Studie hatte ihn die BMW Group bereits 2017 auf der IAA präsentiert, seitdem gab es immer wieder entsprechende Prototypenbilder, sein Erscheinen auf dem Markt war also letztlich nur eine Frage der Zeit.

Mit der nun vorgestellten Serienversion steht das Gesamtpaket jetzt also fest. Basis des Mini Cooper SE ist der dreitürige Mini F56 mit 3,85 Meter Länge. Das macht bereits von Beginn an klar, wo Mini den SE positioniert sehen will: Als City-Flitzer und als Pendlerfahrzeug für die Speckgürtel-Bewohner im Umkreis der Großstädte. Die weite Fahrt über hunderte Kilometer am Stück ist seine Sache nicht, was sich auch im Akku niederschlägt.

Elektroauto Mini Cooper SE Weltpremiere

Als Stromspeicher dient ein T-förmig im Fahrzeugboden befestigtes Batteriepaket mit 32,6 kWh Kapazität. Durch diese Montageweise wird der Laderaum nicht beeinträchtigt, das Ladevolumen bleibt unverändert wie beim Benziner bei 211 – 731 Liter mit aufgestellten beziehungsweise umgeklappten Rücksitzen. Um die Bodenfreiheit durch die Batteriepakete nicht zu beeinträchtigen, ist das Fahrwerk des Mini Cooper SE um 18 Millimeter höhergelegt.

Den Antrieb übernimmt eine Elektromaschine, die aus dem BMW i3 bekannt ist. Gemeinsam mit der Leistungselektronik ist sie zu einem kompletten Modul in einem Rohrrahmen zusammengefügt, das sich anstelle des konventionellen Verbrennermotors in die vorhandenen Montagepunkte im Motorraum montieren lässt. Mit 135 kW/184 PS und 270 Newtonmeter Drehmoment bereits aus dem Stand sorgt der Elektroantrieb für einen strammen Antritt: Bis auf Tempo 60 beschleunigt der Mini Cooper SE in 3,9 Sekunden, die 100 km/h-Marke fällt nach 7,3 Sekunden. Bei 150 km/h wird der Elektro-Mini schließlich abgeregelt.

Der Verbrauch des Mini Cooper SE wird mit 13,2 bis 15,0 kWh angegeben. Dementsprechend reicht eine vollgeladene Traktionsbatterie für 270 km Reichweite im Idealfall, in der täglichen Praxis dürfte sich die Reichweite bei rund 200 km einpendeln. Auch das verdeutlicht, dass der Mini Cooper SE nicht als Langstreckenfahrzeug konzipiert ist.

Dafür aber als Schnelllader. Denn trotz des verhältnismäßig kleinen Akkus war Mini bei der Ladetechnik nicht sparsam. Neben der gähnend langsamen Aufladung an der Haushaltssteckdose (nur ein solches Ladenetzteil ist serienmäßig) kann der Mini Cooper SE dank dreiphasiger Ladung ansonsten bedeutend schneller wieder zu Kräften kommen. Für den Einsatz daheim empfehlen sich hier Wallboxen, Einsteigerversionen sind inzwischen bereits ab rund 500 Euro auf dem Markt, mit denen der Mini Cooper SE dank 11 kW Ladeleistung in maximal 3,5 Stunden aufgeladen werden kann. Die Ladung auf 80 Prozent Kapazität ist damit bei einer leeren Batterie bereits in rund 2,5 Stunden erledigt. Wer auch bei der heimischen Stromtankstelle markentreu bleiben will, kann sich für die exklusive Mini-Wallbox, auf Wunsch inklusive Montageservice, entscheiden. Hierfür ist allerdings eine vierstellige Summe einzuplanen.

Zusätzlich ist die Ladeelektronik des Mini Cooper SE auf bis zu 50 kW Leistung ausgelegt, sodass der kleine Elektroflitzer auch an Schnellladern nachgetankt werden kann, maximal 35 Minuten sind für eine 80-Prozent-Ladung zu veranschlagen. Die Ladeleistung wird wie bei allen modernen Elektroautos ab dieser 80-Prozent-Schwelle automatisch reduziert, um die Batterie zu schonen.

Mini Cooper SE heizt mit Wärmepumpe

Auch in anderer Hinsicht war Mini nicht knauserig und spendiert dem Cooper SE eine effektive Beheizung mittels Wärmepumpe. Diese nutzt auch Abwärme aus den Fahrzeugkomponenten (Motor, Antriebssteuerung und Batterie) und arbeitet damit deutlich effektiver als eine rein elektrisch betriebene Zusatzheizung. Bis zu 75 Prozent sparsamer soll damit im Winterbetrieb geheizt werden können, ein wichtiger Aspekt für die Reichweite.

Auf dem (serienmäßigen) Navigationssystem des Mini Cooper SE lassen sich neben den Standard-Anzeigen auch spezifische E-Auto-Darstellungen einblenden. Darunter ist die Reichweitendarstellung mit Hilfe eines Kartenausschnitts sowie die Anzeige öffentlicher Ladesäulen im Umkreis. Wie von anderen Stromern der BMW-Group bekannt lassen sich außerdem per Smartphone-App Informationen zum Fahrzeug inklusive Standort abfragen oder die Standklimatisierung auslösen.

Mini Cooper SE Elektro Preis

Mit der ersten öffentlichen Präsentation des Mini Cooper S rechnen wir auf der IAA in Frankfurt im Herbst. Die weltweite Markteinführung soll dann am 7. März 2020 beginnen. Preise hat BMW/Mini noch nicht kommuniziert. Wir rechnen mit rund 31.000 Euro Basispreis vor Prämien.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart

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