Euro 5-Diesel-Nachrüstung

© Dr. Pley

Hardwarenachrüstungen können Euro 5-Diesel vor Fahrverboten schützen. Jetzt hat das KBA für erste System seine Freigabe erteilt. Damit sind Nachrüstungen verschiedener Volvo- und Mercedes-Modelle sowie zahlreicher Modelle aus dem VW-Konzern möglich.

Mehr als fünf Millionen in Deutschland zugelassene Euro 5-Diesel sind wegen ihres hohen NOx-Ausstoßes potenziell von Fahrverboten betroffen. Nachgerüstete Systeme zur Abgasnachbehandlung könnten den NOx-Ausstoß deutlich senken. Die Hersteller lehnen solche Systeme ab, die Zubehörindustrie entwickelt sie. Jetzt hat das Kraftfahrt Bundesamt für ein Hardware-Nachrüstsystem erste Freigaben erteilt.

Erstes System für Volvo-Diesel

Zugeteilt wurde die ABE für ein Nachrüstsystem für Euro 5-Dieselfahrzeuge an eine Entwicklung des Bamberger Anbieters Dr. Pley. Diese setzt in Grundzügen auf eine Harnstoffeinspritzung, einen SCR-Kat sowie einen AdBlue-Tank. Das jetzt freigegebene System kann in Volvo-Modellen der Baureihen XC60, XC70, S60 und V60 verbaut werden, die mit einem Zweiliter- oder einem 2,4-Liter-Turbodiesel der Euro 5-Abgasnorm ausgerüstet sind. Die Stickoxidemissionen der nachgerüsteten Fahrzeuge sollen durch die Nachrüstung auf unter 270 mg NOx pro Kilometer sinken und damit unter die Schwelle von möglichen Fahrverboten.

Freigabe für Mercedes-Nachrüstung

Auch für Hardware-Nachrüstung verschiedener Mercedes-Diesel-Modelle hat der Anbieter eine Freigabe durch das KBA erhalten. Nach Angaben von Dr. Pley können jetzt Systeme für den OM651-Motor von Mercedes, der in den Modellen C 220 CDI, C 250 CDI, E 220 CDI, E 250 CDI, GLK 220 CDI und V 220 CDI verbaut wurden, nachgerüstet werden.

Kurz vor der KBA-Freigabe soll ein System für den BMW N47D20-Motor, der im X3 2.0d, den 5er-Modellen 518d, 520d und 525d sowie den 3er-Modellen 318d, 320d und 325d zum Einsatz kam, stehen

Nachrüstpreis liegt bei rund 3.000 Euro

Produziert und vertrieben werden die Hardware-Nachrüstsysteme durch den Abgassystemspezialisten Bosal. Der Preis für die Nachrüstsysteme soll nach Angaben von Dr. Pley bei rund 3.000 Euro inklusive Einbau liegen. Verfügbar sollen die Hardware-Nachrüstpakete ab frühestens September 2019 sein. Volvo subventioniert die Nachrüstsysteme nicht, bei Mercedes gibt es Zusagen über bis zu 3.000 Euro Zuschuss, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen erfüllt sind. Auch von VW gibt es entsprechende Zusagen. Über die genauen Rahmenbedingungen werde man in Kürze auf der Unternehmensseite im Internet informieren. BMW lehnt wie Volvo eine finanzielle Beteiligung an einer Nachrüstung ab.

Baumot erhält Freigabe für Skoda, Audi, VW und Seat

Eine weitere Freigabe erteilte das KBA für Nachrüstungen von Dieselmodellen aus dem VW-Konzern. Sie umfasst Nachrüst-Systeme für über 60 Euro-5-Diesel-Modelle der Marken Volkswagen, Audi, Skoda und Seat, die mit einem 1.6 TDI (EA189) oder einem 2.0 TDI (EA288) ausgerüstet sind. Anbieter ist in diesem Fall die Baumot-Gruppe. Der Baumot-Vorstand kündigte an, nun zügig mit der Produktion und Auslieferung der Systeme zu beginnen. Preise wurden noch nicht genannt. Auf der Unternehmenswebsite hatten sich zuvor schon über 11.000 Fahrzeughalter unverbindlich für ein Nachrüstsystem registrieren lassen. Nachgerüstet werden können unter anderen die VW-Modelle Polo, Golf, Jetta, Caddy, Beetle, Touran, Passat. Tiguan, Sharan, Amarok und T5. Bei Seat werden die Modelle Alltea, Ibiza, Leon, Toledo und exeo genannt. Bei Audi können A1, A3 und A4 nachgerüstet werden. Für Skoda nennt Baumot die Modelle Fabia, Roomster, Octavia, Rapid, Superb und Yeti.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart

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