Neue Abgasnorm ab 2020

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©Daimler AG / auto motor und sport

Am Horizont erscheint bereits die nächste, etwas strengere Abgasnorm. Ab 2020 wird Euro 6d für neue Typzulassungen Pflicht, ein Jahr später für alle Neuwagen. Bislang erfüllen nur wenige Autos die Kriterien. Sie stammen von Alpina, Mercedes und aus dem PSA-Konzern.

Viele Hersteller haben ihre Modellpaletten noch gar nicht auf die Zwischenlösung unter den Abgasnormen – auch bekannt als Euro 6d-Temp – umgestellt, da blickt schon die verschärfte Variante ums Eck. Es dauert nicht mehr lange, dann gilt die richtige Euro-6d-Norm. Vom 1. Januar 2020 an müssen alle neu eingeführte Autotypen im Genehmigungsverfahren deren Regeln einhalten. Ein Jahr später gelten ihre Grenzwerte für alle neu zugelassenen Autos.

RDE-Umrechnungsfaktor beträgt nur noch 1,5

Die Prüfstandsvorgaben bleiben im Vergleich zu den anderen Euro-6-Eskalationsstufen gleich. Heißt für Dieselautos: Mehr als 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer dürfen sie beim Labortest nicht ausstoßen. Ermittelt wird das jedoch nicht mehr nach dem NEFZ-Zyklus, sondern nach dem WLTP-Testverfahren. Das ist auch schon bei Euro 6d-Temp der Fall, genau wie die Tatsache, dass Autos ihr Abgasverhalten zusätzlich beim Realitätscheck auf der Straße nachweisen müssen (Real Driving Emissions RDE). Im Vergleich zu Euro 6d-Temp ändert sich aber der Umrechnungsfaktor beim Übertrag vom Prüfstands- auf den Straßenwert. Er sinkt von 2,1 auf 1,5. Darf ein nach Euro 6d-Temp zertifizierter Diesel nach RDE im realen Leben 168 mg/km Stickoxid ausstoßen, sind es nach Euro 6d-Regularien nur noch 120 mg/km.

Der neue Grenzwert scheint für die Autoindustrie noch eine hohe Hürde darzustellen. Bisher haben erst wenige Hersteller Euro-6d-Autos im Angebot: Alpina, Mercedes, Mini und der PSA-Konzern mit seinen Marken Citroën, DS Automobiles und Peugeot. Der neue Alpina B7 Bi-Turbo fährt nicht nur bis zu 330 km/h schnell, sondern sein 4,4-Liter-V8-Biturbo erfüllt dank Ottopartikelfilter auch Euro 6d. Der D5 S erreicht sowohl als Limousine als auch in seiner Touring-Version die neue Abgasnorm, ebenso das SUV XD3 und das SUV-Coupé XD4. In diesem Trio schlägt jeweils ein drei Liter großes Diesel-Herz, das 285 kW / 388 PS leistet. Der dreifach aufgeladene D5 S-Motor bringt es auf 800 Nm, das XD3- und XD4-Triebwerk mit Vierfach-Turbo kommt auf 770 Nm.

Erste Mini-Diesel erfüllen Euro 6d

Die Euro-6d-Autos von PSA sind neben dem Alpina B7 die ersten Benziner, die das Abgas-Gütesiegel tragen. Citroën bietet den C3 PureTech 110 in der Normal- und Aircross-Variante mit Euro-6d-Einstufung an. Der neue DS 3 Crossback kommt mit dem 1,2-Liter-Ottomotor als waschechtes Euro-6d-Auto daher. Das Modell ist in drei Leistungsstufen erhältlich: 74 kW / 100 PS, 96 kW / 130 PS und 114 kW / 155 PS. Auch der neue Peugeot 208 darf als besonders sauber gelten. Die drei Benzinmotoren PureTech 75, 100 und 130 sind nach Euro 6d zertifiziert.

Mini begibt sich in Juli auf Euro 6d-Territorium. Die BMW-Schwestermarke macht als erstes seiner Triebwerke den 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbodiesel mit 85 kW / 116 PS zukunftsfähig. Der Motor wird zuerst im gerade aufgefrischten Clubman und im Countryman – jeweils in der One D-Ausführung – zum Einsatz kommen.

Mercedes ist am weitesten

Bei Daimler ist es bisher nur bei einigen Dieselmotoren soweit. Sowohl in der Mercedes A- als auch in der B-Klasse steckt der Zweiliter-Turbodiesel, der im A 200 d und im B 200 d 110 kW / 150 PS leistet. Im A 220 d sowie im B 220 d kommt das Triebwerk in seiner 140 kW / 190 PS starken Ausführung zum Einsatz. Auch das aufgefrischte GLC Coupé verwendet die sauberen Triebwerke aus der OM-654-Familie, allerdings in den Leistungsstufen 120 kW / 163 PS (200 d 4Matic), 143 kW / 194 PS (220 d 4Matic) und 180 kW / 245 PS (300 d 4Matic). Der GLE erhält den neuen Reihensechszylinder-Diesel mit drei Litern Hubraum und Euro-6d-Einstufung. Hier leistet der OM-656-Selbstzünder als 350 d 4Matic 200 kW / 272 PS und als 400 d 4Matic 243 kW / 330 PS. Diesen Wert erreicht der 400er auch im neuen GLS. im großen Mercedes-SUV ist der 350er dagegen 210 kW / 286 PS stark.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart

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