Ölpreis bricht ein: Werden Diesel und Benzin jetzt billiger?

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© Achim Hartman

09.03.2020 – 15:02 Uhr von Thomas Harloff

Der Preis für die Sorte Brent sank um 31,5 Prozent auf nur noch 31 Dollar je Barrel – aus unterschiedlichen Gründen. Das könnte sich an der Tankstelle positiv bemerkbar machen.

Es ist der größte Rückgang des Ölpreises seit Beginn des zweiten Golfkriegs im Januar 1991: 31,02 Dollar kostet aktuell (09. März 2020) ein Barrel der Sorte Brent – und damit 31,5 Prozent weniger als am vergangenen Freitag. Das hat auch mit dem Corona-Virus zu tun: Sobald die Weltwirtschaft vor dem Abschwung steht, drückt das erfahrungsgemäß den Ölpreis. Da dieser Abschwung aufgrund der Epidemie schon zu spüren ist, sank der Ölpreis in den vergangenen Tagen bereits.

„Ölpreiskrieg“ zwischen Saudi-Arabien und Russland

Der Hauptgrund für den neuerlichen Preisrückgang ist jedoch ein Konflikt zwischen der Opec und Russland. Am Freitag waren Gespräche beider Lager über eine gemeinsame Förderbremse gescheitert. Der Ölkonzern Saudi Aramco kündigte daraufhin an, den Verkaufspreis für alle Sorten und Abnehmer zu senken. Außerdem wird das Unternehmen, das im Dezember vergangenen Jahres den größten Börsengang der Geschichte hingelegt hat, Medienberichten zufolge die Fördermenge hochfahren. „Saudi-Arabien und Russland sind in einen Ölpreiskrieg eingetreten, der begrenzt und taktisch sein dürfte“, lautet eine Analysten-Einschätzung auf der Internetseite des „Spiegel“.

An den Tankstellen war in den vergangenen zwei Wochen bereits eine Abwärtsentwicklung der Spritpreise sichtbar; hier noch aufgrund des Corona-Effekts. Laut clever-tanken.de lag der bis dahin lange stabile Dieselpreis in Deutschland am 23. Februar 2020 noch bei durchschnittlich 1,24 Euro. Bis zum 8. März sank er auf 1,19 Euro. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich bei Super E10. Dessen Preis sank im selben Zeitraum von 1,39 auf 1,34 Euro.

Noch keine genaue Prognose

Der Sinkflug der Benzin- und Dieselpreise könnte anhalten. „ Benzin- und Heizölpreis haben die Entwicklung am Ölmarkt nachempfunden, natürlich gedämpft durch die Mineralölsteuer“, erklärt der Deutsche Mineralölwirtschaftsverband (MWV) faz.net zufolge. Eine genaue Prognose wollte der Lobby-Verband zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht abgeben. Wie der umkämpfte Markt auf den jüngsten Preisverfall beim Öl genau reagiere, bleibe aus Sicht des MWV abzuwarten.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart

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