Was Gurkenwasser gegen Straßenglätte leisten kann

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Streusalz schadet Grundwasser und Pflanzen

Glatteis ist für Autofahrer eine der schlimmsten Wetterlagen. Deswegen werden jährlich bei winterlicher Kälte enorme Mengen Streusalz eingesetzt. Die gefährliche Glätte vertreibt das zwar, ideal ist das Mittel jedoch nicht. Denn Streusalz ist vor allem für die Umwelt nicht gerade positiv. Es macht beispielsweise den Boden weniger luft- sowie wasserdurchlässig, schädigt Pflanzen und Bäume, belastet das Grundwasser, und auch der Straßenbelag nimmt Schaden.

Auch der Münchner Flughafen setzt Gurkenwasser ein

Inzwischen hat sich hier jedoch ein Gegentrend entwickelt: Deutschlands Winterdienste setzen immer öfter Gurkenwasser ein, um Straßenglätte zu vertreiben. Was wie ein Witz klingt, ist durchaus eine Alternative. Selbst der Münchner Flughafen hat Gurkenwasser bereits eingesetzt. 

Gurkenwasser wird für den Winterdienst aufbereitet

Was sollten Nutzer im Fuhrpark also über Gurkenwasser als Anti-Glatteis-Waffe wissen? Um Missverständnissen vorzubeugen: Gegen die Glätte nutzt man hier nicht das Gurkenwasser, das wir aus Einmachgläsern kennen. Das würde schlicht zu wenig Salz enthalten. Doch bei der Produktion der eingelegten Gurken entsteht jede Menge Abwasser. Dieses würde man normalerweise entsorgen – mit der Verwendung im Winterdienst wird es nun umweltfreundlich recycelt.

Wie wird die Gurkensole hergestellt?

Die Idee dazu, die 2019 in einer Art Pilot-Projekt geboren wurde, stammt vom Lebensmittelhersteller Develey aus Bayern, der jährlich 17.000 Tonnen Gewürzgurken mit Salzwasser versetzt. Damit die Sole im Winterdienst eine neue Bestimmung findet, muss sie gereinigt und aufbereitet werden. Die Straßenmeistereien stellen sie dabei meist selbst her. Der Salzgehalt wird letztlich deutlich erhöht – aus sieben Prozent  werden 21 Prozent. Fertig ist die streufertige Sole, die mittlerweile in einer Reihe von bayerischen Straßenmeistereien verwendet wird. In der Wirkung soll das Gurkenwasser ebenso gut sein wie Streusalz, nur mit dem Unterschied, dass damit die Umwelt geschont wird. So konnten im Winter 2023/24 durch diese alternative Lösung 180 Tonnen Streusalz und 1,5 Millionen Liter Wasser eingespart werden.

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