Von Bremsen bis zu Fensterhebern: So erkennen Sie, ob gebrauchte Ersatzteile etwas taugen

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Qualität lässt sich bei Gebrauchtteilen oft auch für Laien erkennen

Es muss nicht immer ein Neuteil sein. Bei Reparaturen an Fahrzeugen aus dem Fuhrpark oder privat kann man durchaus auch auf Ersatzteile aus dem Autorecycling zurückgreifen. Damit lassen sich Kosten teils erheblich reduzieren und auch bei der Qualität muss diese Lösung durchaus kein Nachteil sein.

Wichtig ist allerdings, dass Sie ganz genau hinschauen. Das gilt insbesondere, wenn Sie keine generalüberholten Teile von bekannten Verwertern, die oft sogar eine Garantie geben, kaufen, sondern sich auf dem Schrottplatz umsehen. Hier gibt es ebenfalls viele einwandfreie Ersatzteile – doch ebenso kann das Gegenteil der Fall sein, weil es sich etwa um einen Unfallwagen handelt. Sie sollten daher vorab genau wissen, worauf es bei dem benötigten Ersatzteil ankommt, welche Dinge man unkompliziert checken kann und welche Mängel gegen einen Kauf sprechen. Speziell bei sicherheitsrelevanten Teilen sollten Sie hier kein Risiko eingehen und, sofern das Ersatzteil Sie nicht überzeugt oder Sie bei dem Check unsicher sind, lieber mehr Geld ausgeben und ein Neuteil erwerben. Das ist auch deshalb wichtig, weil ein Schrottplatz Ihnen keine Garantie gibt und Sie für die Verwendung der ausgebauten Autoteile und etwaige Folgen selbst verantwortlich sind.

Doch keine Sorge – selbst für Laien ist dieser Check gar nicht so schwer. Wenn Sie sich bei einzelnen Bauteilen doch überfordert fühlen, nehmen Sie zum Kauf am besten einen versierten Schrauber mit. Vier Augen sehen mehr als zwei. Bedenken sollten Sie vor dem Kauf von gebrauchten Ersatzteilen übrigens, dass Sie abgeklärt haben, ob die Werkstatt Ihres Vertrauens diese überhaupt für Sie einbaut. Öfters wird das von den Profis ausgeschlossen. In dem Fall müssten Sie dann selbst schrauben. Im Idealfall lassen Sie gerade sicherheitsrelevante Gebrauchtteile vor dem Einbau von einer Fachwerkstatt prüfen.

Mit dieser Übersicht wissen Sie genau, worauf es bei den wichtigsten gebrauchten Autoteilen ankommt:

  1. Scheinwerfer und Rückleuchten
    Spätestens der TÜV wird bemängeln, wenn die ausgetauschten Teile der Beleuchtungsanlage Mängel aufweisen. Dann haben Sie am Ende doppelte Kosten statt Geld zu sparen. Prüfen Sie vor dem Kauf daher genau, dass das Glas nicht trüb oder beschlagen ist. Matte, vergilbte, verkratzte oder aufpolierte Teile sind ebenfalls nicht brauchbar.
  2. Spiegel
    Ebenso wie Sie Außenspiegel und Innenspiegel vor Fahrtantritt auf ihre Funktionalität prüfen sollten, machen Sie das nun auf dem Schrottplatz. Achten Sie darauf, dass alles fest sitzt, keine Risse etc. im Gehäuse sind und ob der Spiegel verstellbar ist. Ob hingegen die Spiegelheizung funktioniert, ist eher eine Frage des Komforts.
  3. Bremsbauteile
    Hier ist Qualitätskontrolle besonders wichtig. Jeder kleine Makel ist einer zu viel. Immerhin hängt von den Bremsen Ihr Leben und auch das anderer Verkehrsteilnehmer ab. Achten Sie darauf, dass hier weder Verschleiß noch Rost sichtbar sind und das Material etwa bei Bremsscheiben ausreichend dick ist. Im Zweifelsfall gilt: Lieber Finger weg und Neuware kaufen.
  4. Airbags
    Ebenso wie bei Bremsen ist es ratsam, diese nicht vom Schrottplatz, sondern neu zu kaufen. Da Airbags explosionsgefährliche Stoffe enthalten, sollte man hier alles von einer professionellen Werkstatt machen lassen.
  5. Windschutzscheibe
    Vermutlich hat Ihre eigene Scheibe einen Riss. Wenn Sie Ersatz auf dem Schrottplatz suchen, sollten Sie ausschließen, dass Ihnen wegen nicht beachteter Vorschäden bald wieder ein Riss die Sicht verhagelt. Achten Sie genau auf kleine Risse, Sprünge und Steinschlagschäden, die sich, etwa bei Hitze, schnell vergrößern können.
  6. Elektrische Fensterheber
    Auch hierfür gibt es Ersatz, damit die Fenster wieder einwandfrei geöffnet und geschlossen werden können. Checken Sie, dass der gebrauchte Fensterhebermotor tadellos aussieht und testen Sie am besten mit einer Batterie kurz, ob alles funktioniert. 
  7. Karosserieteile
    Dazu zählen etwa Türen, Kotflügel oder Motorhauben. Nach einem Unfall oder zu viel Rostbefall kann der Schrottplatz hier durchaus eine Fundgrube für Ersatz sein. Schwierig ist es teils, exakt die gleiche Lackfarbe zu finden, zumal gebrauchte lackierte Teile natürlich ihre Farbe verändert haben können. Im Zweifelsfall ist das jedoch nur ein optisches Problem. Wichtiger: Schauen Sie genau hin, ob die Teile frei von Rost und Beschädigungen wie Rissen sind.
  8. Räder und Felgen
    Im Fokus sollten hier vor allem die Stellen für die Radbolzen sein, da ihr einwandfreier Zustand wichtig ist. Felgen, die bereits sichtbare Schäden, etwa am Felgenrand, haben, fallen weg. 
  9. Motor
    Der Motor ist nur gut prüfbar, wenn er noch eingebaut ist. Dann sollte er keine Stottergeräusche machen und die Zylinder dürfen keinen hohen Verschleiß zeigen.
    Ist er ausgebaut, können Sie nur schauen, dass er keine Risse im Block aufweist und insgesamt noch gut aussieht. Drehen Sie ihn außerdem nach Möglichkeit einmal durch. Sofern eine Funktionsprüfung für seine Anbauteile möglich ist, etwa beim Anlasser, nutzen Sie sie.
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